Warum die gefühlte Marge fast immer zu hoch ist
„100 € eingekauft, 200 € verkauft — 100 € verdient." So rechnen die meisten Reseller im Kopf, und so entsteht am Jahresende die Überraschung. Zwischen Verkaufspreis und dem, was tatsächlich auf deinem Konto bleibt, liegen vier Blöcke: Wareneinsatz, Aufbereitung, Plattform- und Versandkosten und die Umsatzsteuer. Dieser Rechner zieht alle vier ab — und zeigt zusätzlich, wie hart dein eingesetztes Kapital arbeitet.
Die Falle: Die Steuer kennt deine Kosten nicht
Der wichtigste und teuerste Denkfehler im Gebrauchtwarenhandel: Bei der Differenzbesteuerung nach §25a UStG ist die Bemessungsgrundlage ausschließlich Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Was dazwischen passiert, interessiert das Umsatzsteuerrecht nicht:
- Plattformgebühren mindern die Bemessungsgrundlage nicht.
- Versand und Verpackung mindern sie nicht.
- Aufbereitungskosten, Ersatzteile und Reparaturen mindern sie nicht.
- Nur der tatsächlich gezahlte Ankaufspreis zählt.
Versandkosten gehören zum Verkaufspreis
Was dir der Käufer für den Versand bezahlt, ist Teil des Entgelts — und damit Teil des Verkaufspreises. Der Rechner addiert die Versandeinnahme deshalb zum Erlös, während deine tatsächlichen Versandkosten als Ausgabe abgehen. Wer beim Versand draufzahlt, sieht das hier sofort.
Marge oder ROI — worauf du wirklich schauen solltest
Die prozentuale Marge sagt dir, wie viel von jedem Euro Umsatz übrig bleibt. Die Kapitalrendite (ROI) sagt dir, wie viel Gewinn jeder eingesetzte Euro Wareneinkauf erzeugt. Für Reseller ist der ROI meist die ehrlichere Zahl: Ein Artikel mit 30 % Marge, den du für 20 € kaufst und in einer Woche verkaufst, schlägt einen Artikel mit 40 % Marge, der ein halbes Jahr im Lager steht und 300 € Kapital bindet.
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Marge pro Artikel — ohne Taschenrechner
In Storest hat jeder Artikel seinen Einkaufspreis und seinen Verkaufspreis. Die Differenz und die darin enthaltene Umsatzsteuer stehen automatisch da — für jedes Stück, nicht nur für das eine, das du gerade nachrechnest. Statistiken zeigen dir, welche Warengruppen sich wirklich lohnen.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Warum ist die Steuer höher, als ich gerechnet habe?
Weil die Differenzbesteuerung auf der reinen Preisdifferenz aufsetzt und deine Kosten ignoriert. Bei 100 € Einkauf und 200 € Verkauf fallen rund 15,97 € Umsatzsteuer an — auch dann, wenn du 30 € in Ersatzteile und Versand gesteckt hast.
Was rechnet der Modus „Regel 19 %"?
Die klassische Regelbesteuerung: 19 % aus dem vollen Bruttoerlös. Eine Vorsteuer wird bewusst nicht gegengerechnet, weil beim Privatankauf ohnehin keine anfällt. Der direkte Vergleich zeigt, wie viel §25a UStG dir spart — nachrechnen kannst du das im Regelbesteuerungs-Rechner.
Und wenn ich Kleinunternehmer bin?
Dann führst du keine Umsatzsteuer ab — die Differenzbesteuerung brauchst du gar nicht. Was das für deine Preise und für den Wechsel in die Regelbesteuerung bedeutet, steht im Ratgeber Differenzbesteuerung & Kleinunternehmerregelung.
Dieser Rechner ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Er berücksichtigt keine Einkommen- oder Gewerbesteuer.